Kaufrausch oder Selbstkontrolle

Zurück

Kaufrausch oder Selbstkontrolle

Wir können gar nichts dafür. Na, zum Glück.

Sollten Sie das nächste Mal ein Sonderangebot gekauft haben, dann seien Sie sich sicher:

Das waren nicht Sie, die es gekauft hat. Es war ihr Gehirn.

Denn in Zeiten von SALE setzt unsere walnussähnlich aussehende Glibbermasse im Kopf regelmäßig aus, bzw. unser Belohnungssystem setzt ein.

Das reduzierte Angebot lässt auf einen Artikel schließen, den es so nur für eine begrenzte Zeit gibt.
Wir werden zum Kaufen animiert, weil unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert wird. Dies löst nicht nur positive Erwartungen aus, sondern setzt gleichzeitig unsere Selbstkontrolle außer Kraft. Somit wird ein impulsives Verhalten (= ein Kauf) ausgelöst, für den wir quasi gar nichts können.

Als Frau hatten Sie bereits für besondere Situationen die perfekte Ausrede zur Hand: Ich bin ein „Opfer“ meiner Hormone.
Immer dann, wenn es um schlechte Laune, Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüche, Vergesslichkeit und Fressattacken ging.

Jetzt – hurra – sind wir auch noch ein „Opfer“ unseres Gehirns. Wie cool ist das denn? Kaufen, bis die Kreditkarte quietscht. Der einzige Haken: Unser Gehirn zahlt die Angebote nicht. Och Mensch.

Das Ganze wird durch das Wort Weihnachten getoppt. Insider behaupten, es sei ein Fest der Liebe.
Andere wiederum behaupten, es sei ein Fest für den Konsum und Kauf-Rausch pur.
Schritt für Schritt dem SALE und der Deadline auf den Fersen.

Ich erinnere mich an das Gespräch mit einem Unternehmer, der mir von seinen Weihnachtseinkäufen für die Familie erzählte. Er ging zu dem Verkäufer, gab ihm die Hand, stellte sich mit seinem Namen vor (ja, wirklich) und sagte dann: „Morgen ist Heiligabend, ich habe 3 Kinder im Alter von 3, 5 und 7 Jahren. Bringen Sie mir bitte alles, was Kindern in dem Alter Freude macht.“ Hier war SALE egal, hier ging es lediglich um das Einhalten der Deadline: 24.12.

Übrigens eine wichtige Frage, die Sie sich unbedingt nach dem Kauf-Rausch stellen sollten: Was mache ich mit meinem gesparten Geld? (Für diejenigen von Ihnen, die diese Frage nicht verstehen: Wieviel Geld haben Sie durch den Rabatt gespart?) Natürlich, Sie investieren in sich: In Fortbildungen, in Coachings, in Urlaub, in die Freizeitgestaltung. Oder etwa nicht?

Fakt ist: Die Leidenschaft besteht nicht nur im Verkaufen, sondern auch im Kaufen.

Der Tipp zum Schluss:
Wenn Sie ihre Selbstkontrolle zurückgewinnen möchten, dann stellen Sie sich bei jedem (reduzierten) Artikel, den sie kaufen wollen folgende zwei Fragen:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Wie wird mein Leben ohne diesen Artikel sein? (besser, schlechter, gleichbleibend)

Fröhliche Weihnachten und viel Spaß mit Ihrem Gehirn wünscht Ihnen allen

Ihre Susanne Henneke

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Susanne Henneke | Bremen | 0163 26 66 254 |
© Alle Rechte vorbehalten | Impressum / Datenschutz